Rosenstein-Gymnasium Heubach
 
Thursday, October 28, 2021

Fake-News-Projekt

Verlässliche Informationen erkennen - verantwortlich handeln

Rosenstein-Gymnasium Heubach nimmt an europaweitem Projekt zum Thema Fake News teil / Auswertungsgespräch mit Rainer Wieland, dem Vizepräsidenten des Europäischen Parlaments

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Wie kann man verlässliche von falschen Informationen unterscheiden? Wie kann man gezielte Falschmeldungen erkennen und bekämpfen? Was zeichnet seriöse, verantwortungsvolle Wissenschaft aus?  Mit diesen spannenden Fragen konnte sich eine Gruppe ausgewählter Schülerinnen und Schüler des Rosenstein-Gymnasiums aus Kursstufe 1 in Heubach im Rahmen eines europaweiten, digital durchgeführten Projekts zusammen mit Schülerinnen und Schülern aus Deutschland, Serbien, dem Kosovo, Italien, Spanien und weiteren Ländern beschäftigen. Dieses Projekt wurde von den beiden gebürtigten Waldstetterinnen Prof. Dr. Julia Buchheit (Hochschule Coburg) und Katharina Miller (Rechtsanwältin aus Madrid) geleitet.  Das Projektseminar, an dem Schülerinnen und Schüler des Englisch-Leistungsfachs von Peter Becker und des Geschichte-Leistungsfachs von Bernhard Degen aus Kursstufe 1 des Heubacher Gymnasiums teilnahmen, erbrachte nicht nur inhaltliche Kenntnisse und neue Einsichten: Durch vielfältige und abwechslungsreiche Aufgabenstellungen konnten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer vertiefte Kenntnisse der Thematik erarbeiten, über die zufällig ausgewählten Gruppenarbeiten entstanden zudem neue Kontakte zu Schülerinnen und Schülern aus ganz Europa. Wie man wissenschaftlich arbeitet, vermitteln Schule und Universitäten ihren Studierenden oft nur rein theoretisch. In der Praxis versuchen die Studierenden dann, das Gelernte anzuwenden und stoßen dort schnell auf Lücken. Unerwünschte Verhaltensweisen wie Abschreiben, die nachlässige Prüfung von nur vermeintlich zuverlässigen Quellen oder Unkenntnis über neue Techniken sind wohl die bekanntesten Folgen. Das EU-Projekt Path2Integrity, an dem die Heubacher Schülerinnen und Schüler teilnehmen konnten, schuf hier Abhilfe. Im Rahmen von Rollenspielen lernten die Schülerinnen und Schüler exemplarische Problemsituationen aus verschiedenen Perspektiven kennen und untersuchten konkrete Situationen, in denen „fake news“ zum Problem geworden sind. Durch Reflexion und aktives Handeln lernten sie diese Probleme zu lösen. Bewusst wurde den Teilnehmenden dabei außerdem, wie wichtig die Einhaltung von Standards beim wissenschaftlichen Arbeiten ist. Schulleiter Johannes Josef Miller zeigte sich begeistert, über die Möglichkeit der Teilnahme für seine Schülerinnen und Schüler. Ausgewertet wurden Forschungen der Schülerinnen und Schüler eine kurze, aber intensive Diskussion mit Rainer Wieland, dem Vizepräsidenten des Europäischen Parlaments. Wieland, erfahrener Europapolitiker sowie Kosovo-Beauftragter der EU, betonte in der abschließenden Diskussion den zentralen Wert von Medienfreiheit und Pluralismus. Beides seien wesentliche Säulen der modernen Demokratie. Um sie zu stützen, müssten sämtliche Formen der Desinformation offensiv bekämpft werden. Abschließend ergab sich eine angeregte digitale Diskussion zu allgemeinen politischen Themenfeldern sowie konkret zur Coronakrise, zur unterschiedlichen Impfstoffversorgung in Europa, insbesondere im Kosovo und natürlich zum Themenbereich „fake news“. Auf die Frage nach möglichen „Kapitalinteressen“ auch der freien Medien erwiderte Wieland, dass der Mensch nun einmal ein interessegeleitetes Wesen sei. Es komme auf die Perspektive an, dann könne man mit verschiedenen Interessen leben: „Glauben Sie mir zunächst einmal nichts, glauben Sie niemandem, denken Sie selber nach!“ waren seine pointierten Schlussworte.

Unser Bild: Bürgermeister Frederick Brütting ließ es sich nicht nehmen und besuchte die Schüler und ihre Lehrer bei der europäischen Videokonferenz