Schulsozialarbeit: Theaterstück zur Radikalisierung
Achtung?! – Radikalisierung geht uns alle an
Theaterstück der Initiative gegen Extremismus und Radikalisierung am Heubacher Rosenstein-Gymnasium: Achtung?! heißt das Programm, das für Respekt vor Andersdenkenden wirbt und mit dem Theaterstück als Kernelement vor rund 80 Neuntklässlern des Heubacher Rosenstein-Gymnasium gastierte. Es war der erste Auftritt des Stücks im Ostalbkreis, so dass man schon von einer kleinen Premiere sprechen kann.

Im Mittelpunkt des Stücks stehen Lina und Tarek – sie eine gute Schülerin, er eher mäßig erfolgreich. Die beiden sind beste Freunde, seit sie denken können. Das Duo wird aber getrennt, als Lina in die bayerische Provinz umzieht. Beide fühlen sich unfair behandelt, sind enttäuscht von ihren Eltern, erstmals auf sich alleine gestellt und fühlen sich sehr einsam. Muslim Tarek ist fest davon überzeugt, dass sein türkischer Vater seinen Glauben vernachlässigt. Er findet halt bei einer islamistischen Gruppe. Linas einzige Freunde in der neuen Umgebung stellen sich als Neonazi heraus. Beide werden immer stärker von ihren neuen Freunden vereinnahmt und von deren Weltanschauung geblendet. Tarek sackt in der Schule weiter ab, behandelt Frauen und „Ungläubige“ respektlos, wird sogar aggressiv. Lina verachtet ihren früheren Freund am Ende sogar, nur weil er einen ausländischen Vater hat. Immer wieder wird das Stück bewusst unterbrochen. Die beiden Schauspieler Daniel Neumann und Laura Pletzer wenden sich an das Publikum. Den Schülern des Rosenstein-Gymnasiums wird schnell klar: Beide Extremgruppierungen wenden dieselben Methoden an, um Jugendliche an sich zu binden. Sie bieten vermeintlich einfache Antworten und Lösungen auf Fragen und Probleme. Die Gruppierungen binden Jugendliche durch angebliche Freundschaft und das Gefühl der Zugehörigkeit. Schulsozialarbeiter Andreas Dionyssiotis ist vom Stück des Ludwigsburger Theaterensembles Q-Rage begeistert: „ Das Stück bringt Inhalte dramaturgisch schülernah und authentisch auf den Punkt. Es handelt sich allesamt um Situationen, die Jugendliche wachrütteln und die auch starke emotionale Wirkungen entfalten.“ Eine spannend gestaltete Nachbereitung durch die Landeszentrale für politische Bildung rundete das Theaterstück ab. Die Aufführung wurde durch die finanzielle Unterstützung des Landeskriminalamts möglich.




