Schüleraustausch mit Novi Sad 2017
"Ihr seid die Zukunft Europas!"
Schüleraustausch des Rosenstein-Gymnasiums Heubach mit dem serbischen Elite-Gymnasium Jovan Jovanovic Zmaj
Das Rosenstein-Gymnasium in Heubach bietet Schüleraustausche mit den französischen Städten Grenoble, Laxou und dem katalanischen Tarragona an. Dieses Jahr zum fünften Mal ging es für 36 ausgewählte Schülerinnen und Schüler aus den Klassenstufen 9 und 11 auf den Balkan: Anfang April wurde der Schüleraustausch mit dem naturwissenschaftlich orientierten Elite-Gymnasium Jovan Jovanovic Zmaj in der zweitgrößten serbischen Stadt Novi Sad fortgesetzt, vergangene Woche besuchten die serbischen Partnerschüler das Rosenstein-Gymnasium in Heubach.
Die Begleitlehrer Bernhard Degen und Dirk Wegner freuten sich über größtenteils gutes Wetter und eine sehr zuverlässige und interessierte Schülerschaft. Beide Lehrer sind für diesen Austausch seit fünf Jahren verantwortlich und vermögen jedes Jahr aufs Neue ihre Schüler hierfür zu begeistern. Da der Austausch als Studienfahrt konzipiert wurde, standen auch informierende Elemente im Mittelpunkt: Bei der Anreise und vor Ort wurde über die Geschichte und politische Situation in Serbien berichtet. Vor fünfzehn Jahren stand das Land im Krieg mit der Nato, davor gab es einen jahrelangen Bürgerkrieg, der die Situation auf dem Balkan bis heute prägt.Die Reise wurde mit dem Bus durchgeführt, was einerseits natürlich besonderes Sitzfleisch erfordert, andererseits aber beeindruckende Erfahrungen ermöglicht, die mit einer Anreise per Flugzeug kaum möglich wären.

Begeistert von der Gastfreundschaft und den kulturellen Stätten erlebten die Schüler des Rosenstein-Gymnasiums Heubach zusammen mit den Lehrern Dirk Wegner und Bernhard Degen Novi Sad und die berühmte und erfolgreiche Region Vojvodina, aus der viele Donauschwaben stammen und wo heutzutage immer noch Donauschwaben leben.
In einer Woche wurden dabei immerhin vier europäische Hauptstädte besucht: Auf der Hinreise ging es wieder über Wien und Budapest, wo man übernachtete, nach Novi Sad. Während des Austausches standen Tagesausflüge in das angrenzende Naturschutzgebiet der Fruska Gora und in die serbische Hauptstadt Belgrad auf dem Programm. Auf der Rückfahrt wurde in Zagreb übernachtet. Novi Sad, die Hauptstadt der Autonomen Region Vojvodina, ist mit 250.000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt Serbiens und liegt an der Donau im Pannonischen Tiefland, rund hundert Kilometer südlich von Ungarn. Der Schulleiter Radivoje Stojkovic des serbischen Gymnasiums, darunter zwei Hochbegabtenzüge und vier naturwissenschaftliche Züge, bekräftigte sein großes Interesse an der Zusammenarbeit mit dem Heubacher Gymnasium. Dieses Gymnasium gilt in ganz Serbien als die Elite-Schule und Direktor Professor Dr. Stojkovic ist zudem der Vorsitzende aller serbischen Direktoren und Träger des französischen Ordens als Ritter "L’Ordre des Palmes Académiques". Ihm ist der Bezug zu Europa immens wichtig. Bemerkenswert ist es, dass es bilinguale Züge in Russisch, Englisch, Französisch und seit der Partnerschaft mit dem Rosenstein-Gymnasium nun auch in Deutsch. Auch der Heubacher Schulleiter Johannes Josef Miller unterstrich die Chancen für die Heubacher Schüler. Diese lägen im Austausch und der Erfahrung von Gemeinsamkeiten und böten Chancen für ein zusammenwachsendes Europa. Außerdem hob Miller die Bedeutung des Austausches im Hinblick auf naturwissenschaftliche Projektarbeiten und Kooperationen hervor. Das Heubacher Gymnasium gehört zum naturwissenschaftlichen Elite-Club der MINT-EC-Schulen, das Partnergymnasium in Novi Sad hat zwei Hochbegabtenzüge im naturwissenschatlichen Bereich mit enger Zusammenarbeit mit der dortigen Universität. Die Heubacher Schülerinnen und Schüler konnten sich vom hohen Niveau im naturwissenschaftlichen Bereich überzeugen, als sie am Unterricht mit ihren Austauschpartnern teilnahmen. Insbesondere im naturwissenschaftlichen Bereich soll die Kooperation beider Schulen noch intensiviert werden.

In Heubach vor dem Schloss postierten sich die Schüler aus Novi Sad mit ihrem Deutschlehrer Dragan Vulic und Bürgermeister Frederick Brütting
Der Gegenbesuch der serbischen Schüler und ihrer Begleitlehrer Dragan Vulic und Vincent Reichardt erfolgte in der letzten Woche. Neben einer kleinen Führung durch das Heubacher Schloss durch Bürgermeister Frederick Brütting wurden u.a. Stuttgart und Rothenburg ob der Tauber besichtigt. Viele serbische Abiturienten wollen in Deutschland in wenigen Jahren ein Studium aufnehmen, das Interesse war daher sehr groß. Auch ein Besuch im Stuttgarter „Mercedes-Benz-Museum“ stand auf dem Programm und bewirkte große Begeisterung. Doch noch mehr wog die entstandenen Freundschaften zwischen den Schülern, so dass schon alsbald private Besuche verabredet wurde, was Oberstudiendirektor Miller zu großem Lob bewog: "Ihr seid die Zukunft Europas! Europa lebt, wenn lebendige Brücken zueinander führen!"
(Gmünder Tagespost, 06.05.2017)




