Rosenstein-Gymnasium Heubach
 
Tuesday, September 15, 2026

Gmünder Tagespost 19.04.2016


Alte Baukunst in neuem Gewand
Ein Rundgang durch die Baustelle im historischen Teil des Heubacher Rosenstein-Gymnasiums

Neue Heizung, neue Fenster, neue Wände, neue Decken: Die Sanierung des historischen Teils im Rosenstein-Gymnasium geht voran. Bis nach den Sommerferien sollen die Arbeiten fertig sein.

David Wagner

Heubach. Architekt Helmuth Braun steht im Keller des alten Gebäudes im Rosenstein-Gymnasium. Obwohl er den Ausdruck „Keller“ nicht ganz treffend findet. „Das ist so ein schöner Raum“, meint er und breitet die Arme aus. Die hohen Fenster, die Lampen, die Geländer, die Treppenstufen. Verglichen damit wirke die heutige Baukunst oft nicht so hochwertig. „Das hier ist fast für die Ewigkeit“, stimmt Stadtbaumeisterin Ulrike Holl mit einem Lächeln zu.

Sanierungsbedürftig war das denkmalgeschützte Gebäude aus dem Jahr 1912 trotzdem. Im vergangenen Spätsommer gingen die Arbeiten in diesem Teil der Schule, dem so genannten C-Teil, los. „In enger Abstimmung mit dem Denkmalamt“, sagt Ulrike Holl. Es gibt neue Heizungen, neue Wände, neue Fußböden, neue Fenster. Und die Decken sind mit Rigips-Platten verkleidet. Ulrike Holl klatscht in die Hände. „Die Platten schlucken den Hall“, erklärt sie. „Das gibt eine tolle Akustik.“
Die Sanierung geht abschnittsweise von einem Flügel in den nächsten, sagt Architekt Braun und führt in die Räume im Untergeschoss, wo die Schülerbibliothek geplant ist. „Schöne, helle Räume“, meint er. Früher – Braun schätzt bis in die 1970er-Jahre – wohnte hier die Familie des Hausmeisters. Apropos Hausmeister: Schulleiter Johannes Miller lobt nicht nur die Zusammenarbeit mit der Stadt und die Geduld von Schülern wie Lehrerkollegen, sondern auch die Hausmeister Gerhard Frey und Manfred Abele. „Mit ihnen haben wir riesengroßes Glück“, sagt Miller und deutet auf die frisch gelieferten, neuen Stühle im Treppenhaus. Gerade sind die beiden Hausmeister dabei, alte Tische und Stühle raus und die neuen reinzuschaffen.
Johannes Miller blickt auf die nun zwei Jahre währenden Sanierungsarbeiten zurück. Und gibt augenzwinkernd zu: „Manchmal stand man schon kurz vor dem Nervenzusammenbruch.“ Denn: Der Schulbetrieb lief während der Bauarbeiten weiter. Einige Klassen waren in anderen Gebäuden in der Stadt untergebracht, etwa in der Silberwarenfabrik oder der Stadthalle. „Das ist alles ein großer logistischer Aufwand“, meint Ulrike Holl. Aber: Es lohne sich: Zwar sei das die Sanierung „kein Luxus“, wie der Schulleiter betont, sondern müsse sich aus finanziellen Gründen im „Standard-Bereich“ bewegen. Anfangs seien fünf Millionen Euro anberaumt gewesen, nun werden rund 2,8 Millionen verbaut. Johannes Miller findet trotzdem: „Das Ergebnis ist fantastisch.“
Weiter geht’s vom historischen Gebäude in den so genannten Bauteil B. Baujahr: 1966. Hier sind die Renovierungsarbeiten, bis auf einige technische Kleinigkeiten, abgeschlossen, sagt Ulrike Holl. Der historische Teil soll in den Sommerferien fertig werden. „Da gibt’s den letzten Schliff“, sagt die Stadtbaumeisterin.

Bau April16 2.jpeg
Weniger Schüleranmeldungen in diesem Jahr:

Laut Schulleiter Johannes Miller
 haben sich fürs nächste Schuljahr 76 neue Schüler angemeldet. Im vergangenen Jahr waren es 94. Kein Grund zur Beunruhigung, betont Miller. „Wir sind im Vergleich zu anderen Schulen mit unseren Anmeldezahlen noch immer spitze“. Statt vier neuer Klassen gebe es in diesem Jahr eben nur drei. Dass die Zahlen von Jahr zu Jahr schwanken, sei normal. „Wir sind als Gymnasium sehr gut aufgestellt“, zeigt sich Miller überzeugt.