Presseschau 02.02.2015
Gmünder Tagespost, 02.02.2015
| Der Landrat als langhaariger Bassist Klaus Pavel spricht am Rosenstein-Gymnasium über seine Jugend, seinen Glauben und den Sinn des Lebens |
Wie stellt er sich Gott vor? Was hält er von „Pegida"? Ist das G8 sinnvoll? Die Schüler des Rosenstein-Gymnasiums haben beim Besuch des Landrats am Montagmittag kaum ein Thema ausgespart. Klaus Pavel schlug sich wacker. von David Wagner |
Heubach. „Gott stelle ich mir nicht als eine Figur vor", bekannte Landrat Klaus Pavel. Eher als eine „Situation oder einen Zustand". Und nein: Er glaube nicht, dass er nach dem Tod „in einem paradiesischen Umfeld in Saus und Braus" weiterlebe. Gleichwohl: eine unsterbliche Seele – das kann er sich durchaus vorstellen. Um „Gott und die Welt" sollte es am Montagmittag im Rosenstein-Gymnasium gehen. Ein weites Feld. Das bekam auch Klaus Pavel zu spüren, als er den Elftklässlern Rede und Antwort stand. Denn die Schüler wollten einiges wissen: Was der Sinn des Lebens sei. Oder was der Herr Landrat mit einer Million Euro machen würde. Sie erfuhren, dass der CDU-Politiker früher mal in einer Band Bass gespielt und lange Haare hatte. Pavel: „Von der Jugend können Erwachsene Unvoreingenommenheit lernen." Dass er seine Steuererklärung immer lange vor sich herschiebt: „Privat bin ich nicht so ordentlich wie beruflich." Dass er immer ein blaues Heftchen mit sich herumträgt: die „Herrnhuter Losungen". Darin steht für jeden Tag ein Bibelspruch. „Darüber lohnt es sich, nachzudenken", meinte der Landrat. Zum Beispiel über den Satz: „Weigere dich nicht, dem Bedürftigen Gutes zu tun, wenn deine Hand es vermag." Durchaus übertragbar auf die Asyl- und Flüchtlingspolitik. „Da müssen wir was tun", bekräftigte Pavel und schüttelte die Fäuste. Der Gast wirkte souverän, aufgeräumt, offen und direkt. Sollen Kinder mit Behinderung an Regelschulen unterrichtet werden? In manchen Fällen sei die Sonderschule die bessere Lösung, meinte Pavel. Die individuelle Förderung dort sei „bemerkenswert". G8 oder G9? „Die Lehrpläne sind viel zu voll. Mehr Zeit wäre nicht schlecht. Sonst leidet die Vermittlung von Lebensreife." Was hält er von „Pegida?" „Das lehne ich komplett ab. Eine 'Islamisierung Europas' sehe ich absolut nicht." Terror allerdings – gleich von welcher Seite – sei zu verurteilen. Mit einer Million Euro könne er gar nicht so viel anfangen. Ein Drittel würde er spenden, für soziale Zwecke. Den Rest bekämen seine beiden Söhne. Er selbst sei zufrieden, habe ein gutes Einkommen und einen tollen Job. Trotzdem: Was, wenn er für eine Woche Deutschland regieren könnte? Da musste selbst Klaus Pavel überlegen. Eine Woche? Das sei aber schon sehr wenig Zeit. Er würde wohl versuchen, gegen zu viel Bürokratie anzugehen. „Wir sind eine Versicherungsgesellschaft. Wir bräuchten mehr Freiheit zum Gestalten." Darin sehe er auch den Sinn des Lebens: gemeinsam vorangehen, einander helfen und gegenseitig stützen. |




