Umbau des Rosenstein-Gymnasiums, August 2014
Gmünder Tagespost, 21.08.2014
| Werkeln bis zu den Herbstferien Generalsanierung des Rosenstein-Gymnasiums geht voran, wird sich aber bis in Schulzeit ziehen |
| Schulferien? Klar. Im Rosenstein-Gymnasium wird trotzdem hart gearbeitet. Es rauchen zwar keine Schülerköpfe, dafür müssen die Bauarbeiter mächtig ranklotzen. Die Generalsanierung läuft. Bis zum Ende der Ferien wird das Ganze aber nicht fertig sein. von David Wagner |
Heubach. Ein großer, fast leerer Raum. Kabel hängen von der nackten Decke. Von links dröhnt Musik aus einem Radio, von rechts hört man jemanden hämmern. Etwas verloren steht ein ehemaliges Versuchs-Waschbecken herum. „Das war mal der Physiksaal", sagt Bürgermeister Frederick Brütting. „Und soll es auch wieder werden", ergänzt Architekt Helmuth Braun. Zu einem richtigen Physiksaal gehört die stufenweise Anordnung der Stühle, wie in einem Hörsaal. Die Stühle sind abmontiert, die Stufen sind noch da. Und auch sie sollen so bleiben. Nach der Sanierung kommen sogar die alten, aber voll funktionstüchtigen, Stühle wieder drauf. Das ist Heubach: Eine „Bildungsstadt", die in ihr Gymnasium investiert. Insgesamt 2,8 Millionen Euro. „Die größte zusammenhänge Baustelle in Heubach. Das zeigt, was uns das Gymnasium wert ist." Heubach aber auch: Eine verschuldete Stadt, die eigentlich auf jeden Euro schauen muss. |
Das war mal der Physiksaal – und soll es wieder werden. Architekt Helmuth Braun,Stadtbaumeisterin Ulrike Holl, Schulleiter Johannes Miller und Bürgermeister Frederick Brütting machen sich ein Bild vom Baufortschritt. (Foto: dav) |
| Deshalb hat Frederick Brütting auf Zuschüsse vom Land gesetzt. Der Antrag ist schon gestellt, der Bescheid noch nicht da. Sicher weiß der Schultes nur: Aus dem Ausgleichsstock gibt’s nichts. „Das tut uns natürlich schon weh“, sagt Brütting und schaut sich in dem entkernten Klassenzimmer um. Er bleibt dabei: „Die Generalsanierung war nötig. Manche Zustände hier waren einfach nicht mehr zu verantworten.“ Das sieht Schulleiter Johannes Miller genauso. Der Rektor ist häufiger Gast auf der Baustelle. Und schaut nach dem Rechten. Er sagt: „Hier ist ja 48 Jahre lang nichts gemacht worden.“ Mitte Juni hatte der Gemeinderat grünes Licht gegeben für den ersten Bauabschnitt der Generalsanierung. Im August ging’s los. Zu Beginn der Ferien wurden die Klassenzimmer entkernt, momentan ziehen Elektriker Kabel durch Decken und Wände. „Wir schaffen uns von unten nach oben“, sagt Stadtbaumeisterin Ulrike Holl. Zumindest der untere Bereich mit der Mensa soll fertig sein, wenn die Schüler im September wieder eintrudeln. Der Rest muss nebenher laufen. „Das ist natürlich eine erhebliche Beeinträchtigung“, sagt Rektor Miller. Den Schulbetrieb in Container auszulagern, hat er aber abgelehnt. Er wolle der Stadt nicht unnötig auf der Tasche liegen. Dafür gibt’s ja die Ersatzräume im Übelmesser, in der Stadthalle und der Freikirche. Über die Außentreppe geht’s in den oberen Stockwerk. Hier ist noch fast alles beim Alten. Der Chemiesaal sieht noch aus wie ein Chemiesaal. Zugegeben: ein sanierungsbedürftiger. Johannes Miller sagt, er habe die Erwartungen mancher Fachschaften durchaus bremsen müssen. „Das was hier kommt ist kein Luxus, sondern solider Standard.“ Das Rosenstein-Gymnasium ist zertifizierte MINT-Schule, gehört im Bereich Naturwissenschaften also sozusagen zur Elite. „Diesem Anspruch sollten wir baulich aber auch gerecht werden“, findet Miller. Die weiteren Bauabschnitte folgen bis Ende 2015. Im kommenden Jahr kommt der denkmalgeschützte, historische Teil der Schule an die Reihe. |





