Rosenstein-Gymnasium Heubach
 
Tuesday, September 15, 2026

Guslarspitze

Kletter-AG, Juli 2014

Aufstieg zur Guslarspitze
Die jüngsten Teilnehmer der Kletter-AG des Rosenstein-Gymnasiums, Heubach erreichten zum Schuljahresabschluss trotz einiger Wetterprobleme doch noch ihren ersten Dreitausender im Ötztal.

Die beständig unbeständige Witterung hatte zunächst eine Verschiebung der schon lange geplanten Tour notwendig gemacht und für einige Unsicherheiten bei allen Beteiligten gesorgt. Die für die Woche zuvor angesetzte anspruchsvolle Klettersteigtour für die älteren Cracks der Arbeitsgemeinschaft musste ja bereits auf September verschoben werden. Andauernde Regenfälle und ganztägige Gewittergefahr ließen für Bergtouren oberhalb der Baumgrenze zunächst keinen verantwortbaren Spielraum. Als sich jedoch ein kurzes Schönwetterfenster zu öffnen begann, wurden Hütte und Kleinbus rasch umgebucht. Bei nur leicht bewölktem Himmel und angenehmen Temperaturen startete die Gruppe aus lauter bergbegeisterten Fünftklässlern vom bekannten Bergsteigerdorf Vent aus ins Rofental. Nachdem sie über große frei schwingende Holzbrücken reißende Wildbäche überwunden und steile Felswände am Rande abgrundtiefer Schluchten gequert hatten, erreichten die Schüler schließlich das 2413 m hoch gelegene Hochjoch-Hospiz.

Aufstieg Guslarspitze.jpg

Während der sonnigen Nachmittagsstunden ließ sich die Gruppe noch von genial einfachen uralten Hirtenspielen begeistern, für die man außer ein paar Steinchen, die man ja im Gebirge überall findet, kein weiteres Zubehör benötigt. Angesichts der mittlerweile wieder etwas verschlechterten Wetterprognosen für den nächsten Tag wurden am Abend alle in Frage kommenden Gipfel durchgespielt. Die Wahl fiel schließlich auf die 3126 m hohe Guslarspitze, die sich unmittelbar oberhalb der Hütte erhebt. Nach einer überraschend ruhigen Nacht im Matratzenlager auf dem Dachboden ertönten die endlosen Hahnenschrei-Weckrufe der Handys bereits um 5 Uhr 30, da für den Nachmittag schon wieder eine deutliche Wetterverschlechterung angesagt war. Die erste Stunde des frühen Aufstiegs machte noch Hoffnung auf einen sonnigen Vormittag, doch aus dem südlich gelegenen Schnalstal schwappten nun immer mehr dunkle Regenwolken herüber. So blieb leider kaum Zeit für Fotopausen, denn AG-Leiter Robert Felch drückte beständig aufs Tempo. Während für den Aufstieg normalerweise 2 ½ Stunden veranschlagt werden, erreichten die jungen Bergfans deshalb bereits nach sportlichen 1 ¾ Stunden ihren ersten 3000er Gipfel. Trotz des sich immer weiter verdunkelnden Himmels beeindruckte das Panorama mit faszinierenden Blicken auf Gipfel wie Weißkugel und Fineilspitze und deren noch immer gewaltige Gletscher. Beim Abstieg gab es dann noch während einer kleinen sonnigen Aufhellung den unvermeidlichen Kurzvortrag zur Gletscherkunde, bei dem die Schüler mit beachtlichem Vorwissen aus dem aktuellen Geographieunterricht glänzen konnten. Die verbliebene überschüssige Restenergie wurde während einer Regenpause am Nachmittag noch beim Aufräumen einer Geröllhalde neben der Hütte umgesetzt, an die jetzt nur noch zahllose Steinmännchen erinnern. Beim Abstieg ins Tal am nächsten Morgen waren sich am Ende alle einig, dass im nächsten Jahr schon ein deutlich anspruchsvolleres Ziel ins Auge gefasst werden müsse, da bei diesen müden 3100 Metern ja in jeglicher Hinsicht doch noch viel Luft nach oben gewesen sei. Robert Felch konnte da schlecht widersprechen. Und beim Blick auf einen mächtigen Gipfel gegenüber hatte die Planungsphase fürs nächste Jahr schon wieder begonnen.