Rosenstein-Gymnasium Heubach
 
Monday, August 02, 2021

Tagespost 20.12.2013


Werte vermittelt

Hans-Joachim Jauernig starb im Alter von 68 Jahren.

Völlig überraschend ist am Donnerstag der langjährige, ehemalige Schulleiter des Heubacher Rosenstein-Gymnasiums, Hans-Joachim Jauernig, gestorben. Jauernig wurde 68 Jahre alt.

Heubach. Der Oberstudiendirektor hat beinahe 30 Jahre lang die Geschicke des Heubacher Gymnasiums maßgeblich mitbestimmt. Unter seiner Leitung wuchs das Gymnasium in vielerlei Hinsicht. Auch entwickelte sich unter seine Ägide eine sehr gute Schulgemeinschaft. „Herr Jauernig hat das Heubacher Gymnasium in dieser Zeit zum Wohle der Schülerinnen und Schüler hervorragend geführt", schreibt der Heubacher Bürgermeister Frederick Brütting in einem Nachruf der Stadt. Jauernigs Persönlichkeit und sein Lebenswerk seien mit der Geschichte der Stadt eng verbunden. Bei den Kollegen an der Schule war Jauernig beliebt wegen seiner ausgleichenden, toleranten Art. Er habe immer auch den Schulfrieden im Blick gehabt, erklärt ein langjähriger Wegbegleiter.
Jauernig übernahm die Schulleitung am Rosenstein-Gymnasium im Jahr 1984 in schwierigen Zeiten. Die Schülerzahl sank ständig auf schließlich 360. Es gab bereits Überlegungen, ob aus dem Gymnasium ein Progymnasium wird. Unter Jauernigs Leitung wurde die Wende geschafft: Als er im Jahr 2011 in Pension ging, waren 800 Schüler. Das Gymnasium war das erste im Gmünder Raum, das einen sprachlichen Zug anbieten konnte. Im Jahr 1997 war das. Zudem schaffte es das Direktorium mit Jauernig an der Spitze, die Raumsituation Zug und Zug zu verbessern. Ein Meilenstein war die Einweihung des großen Anbaus im Jahr 2003. Unzählig die Neuerungen, die es in den fast drei Dekaden gab, Heubach ist Schrittmacher und Vorbild für andere Schulen: Das Gymnasium wird dreizügig. Bietet Schulsozialarbeit. Wird Ganztagesschule. Bekommt eine Mensa. Hat regelmäßige Kontakte mit Schulen in anderen Ländern: Laxou und Avignon in Frankreich. Ptuj in Slowenien. Edirne in der Türkei. Schafft nebenbei den Wechsel von G8 auf G9. Dabei überließ Jauernig meist den Kollegen den großen Auftritt, drängte nie ins Rampenlicht. Sondern sorgte für ein Klima, in dem Vieles gedeihen konnte. Auch hatte er die Gabe, gute Leute an die Schule zu holen, formte ein gutes Kollegium. In einem Interview mit der Gmünder Tagespost sagte Jauernig einmal, was für ihn wichtig ist: „Schülern Werte zu vermitteln - und vorzuleben." In der Bildungspolitik riet er, „nicht Reform auf Reform zu machen". Sondern den Schulen mehr Zeit zu lassen, sich zu entwickeln. Sätze für die Ewigkeit. jhs


Tagespost 20.12.13