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Interview mit Hans-Joachim Jauernig
Gmünder Tagespost vom 22.07.2011


 Schüler sind keine Bittsteller
Schulleiter Hans-Joachim Jauernig vom Rosenstein-Gymnasium geht in den Ruhestand
Die Verabschiedung ist ihm Spitzgras. Doch sie gehört ein­fach dazu. 27 Jahre war Hans­-Joachim Jauernig Schulleiter des Heubacher Gymnasiums, das in dieser Zeit zum Rosenstein-Gym­nasium wurde. Jetzt ist Schluss. Am Dienstag ist die offizielle Verabschiedung. Ein Gespräch über Erreichtes, Geleistetes, über Schüler und Eltern. Und über Schulpolitik.
 

27 Jahre Schulleitung am Rosenstein­-Gymnasium in Heubach: Worauf sind Sie stolz?

Hans-Joachim Jauernig:
Die Situation 1984 war schwierig. Die Schulleiterin war zuvor kaum da, der Betrieb zwar gut organisiert von Bernd Wieder. Aber die Schule war doch sehr allein. Viel Vertrau­en ist damals verspielt worden, Schüler wanderten ab. Es wurde schon darüber diskutiert, dass Heubach ein Progymna­sium ohne Oberstufe wird. Dass wir es geschafft haben, diesen Trend zu stoppen und umzukehren, das finde ich schon gelungen. 1990 hatten wir 360 Schüler. Heute sind es 800. Gut war auch, dass wir als erstes Gymnasium im Gmünder Raum, seit 1997, einen sprach­lichen Zug anbieten konnten. Dann ha­ben wir es geschafft, die Raumstruktur entscheidend zu verbessern und 2003 den Neubau eingeweiht. Dann der Ausbau zum dreizügigen Gymnasium. Und ab dem nächsten Schuljahr haben wir Ganztagsbetrieb und Schulsozialarbeit: Das finde ich schon toll.

Wieso braucht das Gymnasium Schulso­zialarbeit?

Hans-Joachim Jauernig:
Es gibt keinen konkreten Anlass. Jedoch sind Schüler heute in ihrem Sozialverhalten schwieriger. Und sie sind mehr an der Schule, es kommt verstärkt zu sozia­len Konflikten. Wenn wir jemand haben, der solche gruppendynamischen Pro­zesse auflösen kann, dann ist das gut.

Die Vergrößenmg des Gymnasiums, der Mensa-Bau und auch die Sporthalle. Sie haben drei Großbaustellen begleitet: Sind Sie Bauleiter oder Pädagoge?

Hans-Joachim Jauernig:
Schon Pädagoge. Aber es war in der Tat viel zu tun. Gremien überzeugen, dass das Gymnasium sich weiterentwickeln wird in Heubach, Sitzungen verfolgen, Pläne auf ihre Funktionsfähigkeit überprüfen, Umplanungen anregen und vie­les mehr. Aber es hat sich gelohnt.

Bekannt ist das Rosenstein-Gymnasium nicht nur für seine Bausubstanz. Sondern für die vielen Partnerschaften und die Wettbewerbe, bei denen ihre Schüler re­gelmäßig abräumen. Was bringt das ei­gentlich?

Hans-Joachim Jauernig:
Wettbewerbe sind insofern wichtig, dass sich Schüler mit anderen Schülern auch

bundesweit messen und dabei zeigen, dass sie da mithalten können. Das moti­viert. Zudem entstehen Kontakte, die nützlich sein können. Auch haben die Schüler Erlebnisse, die zu ihrer Bildung beitragen - etwa bei Preisverleihungen. Bildungserlebnisse haben die Schüler zudem durch die Partnerschaften. Wir pflegen Kontakte nach Laxou, Tarrago­na, Grenoble, Ptuj in Slowenien, Avi­gnon und seit Neuestem ins türkische Edirne. Schüler bekommen so Einblicke in Kulturen, denen sie vielleicht skep­tisch gegenüberstehen.

Sind Schüler anders als vor 27 Jahren?

Hans-Joachim Jauernig:
Ja, schon. Vor 25 Jahren haben Schüler noch Streiche gespielt, über die man ins­geheim lachen konnte. Heute machen die Schüler keine Streiche, sondern sie machen etwas kaputt. Sie sind mehr be­einflusst von Medien. Und Cyber-Mob­bing: Das gab's früher nicht.

Können Abiturienten heute noch so viel wie vor 25 Jahren?

Hans-Joachim Jauernig:
Die Anforderungen sind sicher etwas zu­rückgegangen. Manches wurde aus dem Lehrplan genommen. Und die Durch­schnitte sind besser geworden - man ist großzügiger geworden, man will mehr Abiturienten. Faktenwissen hat abge­nommen. Man lernt heute anders: fa­cherübergreifend, projektorientiert.

Und sind Eltern heute anstrengender als früher?

Hans-Joachim Jauernig:
Eltern wollen heute - oft zurecht - mehr Rechtfertigungen für Maßnahmen, die die Schule ergreift. Sie rücken stärker die Rechte der Schüler und Eltern in den Vordergrund. Sie wollen mehr mitreden, und dazu gibt's ja auch die enrsprechenden Gremien.

Was halten Sie von Nachhilfe, wenn's klemmt?

Hans-Joachim Jauernig:
Wenn ein Schüler in einem Fach über eine begrenzte Zeit Nachhilfe bekommt, kann man das akzeptieren. Aber wenn ein Schüler nur mit Nachhilfeunterricht das Gymnasium besuchen kann, dann tut man ihm keinen Gefallen. Normaler­weise sollte ein Schüler ohne Nachhilfe auskommen.

Immer mehr Eltern schicken ihre Kinder auf private Schulen. Was können die, was Sie nicht können?

Hans-Joachim Jauernig:
Sie können sich ihre Schüler aussuchen. Sie können kleinere Klassen bilden und sie können bestimmte Werte, die den El­tern besonders wichtig sind, besonders vermitteln. Sie können auch einen Schü­ler, der nicht passt, rausschmeißen.

Eine Konkurrenz fürs "normale" Gymna­sium?

Hans-Joachim Jauernig:

Nein. Das belegen unsere ständig wachsenden Schülerzahlen.

G8, G8 plus, Einheitsschule: Wie beurtei­len sie die aktuelle Bildungspolitik?

Hans-Joachim Jauernig:

Für die Gymnasien gibt es klare Vorga­ben, diese Schulart funktioniert. ln Be­zug auf Haupt- und Realschulen kann ich mir schon vorstellen, dass es da Ver­mengungen gibt.

Was würden Sie tun, wenn sie Kultusmi­nister wären?

Hans-Joachim Jauernig:
Dafür sorgen, dass Schule bundesweit einheitlicher wird. Den Schulen Zeit las­sen, sich zu entwickeln, mehr zuwarten und sehen, wie sich die Dinge einspie­len. Nicht Reform auf Reform machen. Die Bildungspolitik ist zu kurzatmig. Das schadet der täglichen Arbeit.

Wie lautet Ihr Rat an einen jungen Men­schen. der Lehrer werden möchte?

Hans-Joachim Jauernig:
Positiv auf die Schüler zugehen. Der Schüler darf kein lästiger Bittsteller sein. Dann finde ich es wichtig, Schülern Wer­te zu vermitteln und vorzuleben. Wich­tig finde ich zudem Sekundärtugenden wie Pünktlichkeit oder Höflichkeit. Auch diese muss man den Schülern vorleben. Man muss schließlich, ganz wichtig, Grenzen setzen und dafür sorgen, dass diese eingehalten werden.





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