Aktuelle Termine
Es gibt keine Ereignisse in den nächsten 7 Tagen
Kontakt

Rosenstein-Gymnasium
Helmut-Hörmann-Str. 19
73540 Heubach
Telefon: 07173/929922
FAX: 07173/929924
www.rosenstein-gymnasium.de
E-Mail: Poststelle@04104036.schule.bwl.de

Vertretungsplan

Krankmeldung
Schulverein SaRose

SaRose
 

SaRose – der Schulverein am Rosenstein-Gymnasium Heubach
 
Das Herbst-/Winterprogramm ist online!


***

Die Veranstaltung "Kess erziehen" (#8) muss leider entfallen. 

Mitgliedschaften



Comenius












Schüleraustausch mit Tarragona

Besuch der Heubacher Schüler in Tarragona - Oktober 2016
 
Ein seltenes Jubiläum: 25 Jahre Tarragona

Über tausend Schüler aus Gmünd und Heubach haben bereits die Chance erhalten, zwei Wochen ins spanische Familienleben in Tarragona einzutauchen. Dieses Jahr fand zum 25. Mal der Schüleraustausch zwischen dem Institut Martí i Franquès in Tarragona und dem Rosenstein-Gymnasium Heubach statt. Mit einem großen Festakt wurde das Jubiläum in Tarragona begangen.

Tarragona 16.jpg 
 
Wie jedes Jahr sind für die Spanischlerner des Heubacher Gymnasiums die zwei Wochen vor den Herbstferien der Höhepunkt ihres Spanischunterrichts. Seit dem Schuljahr 1991/92 besteht der Schüleraustausch zwischen der Sekundarschule im Herzen der katalanischen 140000-Einwohner-Provinzhauptstadt am Mittelmeer und zwei Schulen im Ostalbkreis. Fand der Schüleraustausch in den ersten zehn Jahren mit den Spanischschülern des EGs der Agnes-von-Hohenstaufen-Schule statt, wanderte die Schulpartnerschaft mit dem Wechsel des Intitators des Austausches Dr. Helmut Rössler im Jahre 2000 ans Heubacher Rosenstein-Gymnasium.
Das 25-jährige Jubiläum wurde in der großen Aula des tarraconensischen Mittel- und Oberstufen-Gymnasiums festlich mit vielen Ehrengästen begangen. Die 33 Spanisch lernenden Heubacher Zehntklässler nahmen neben den 400 Deutschlernern des „Martí i Franqués“ beim Festakt nur wenig Raum ein. In den Festansprachen, die vor allem auf Katalanisch, aber auch auf Deutsch und Spanisch gehalten wurden, ging nicht nur der Schulleiter, Mitinitiator und langjährige Begleiter des Austausches Jean Marc Segarra auf die Bedeutung dieser langjährigen Schulpartnerschaft ein, eine der längsten der deutsch-spanischen Bildungszusammenarbeit. Auch die Vertreter des katalanischen Erziehungsministeriums sowie die Professorin für Fremdsprachendidaktik von der Universität Barcelona Olga Esteve würdigten die Anstrengungen der Intitiatoren und unermüdlichen Lokomotiven. Der Festakt wurde vom Regionalfernsehen aufgenommen und übertragen. Der deutsche Vize-Generalkonsul, aus Barcelona Theodor Proffe mit Chauffeur und Gefolge angereist, betonte in seiner Rede die Wichtigkeit derartiger Schüleraustausche und Sprachaufenthalte im Ausland, indem er diese anhand seiner eigenen Biographie und Berufskarriere aufzeigte. Seine Argumentation aufgreifend, sprach Johannes Wasserer, der vor einigen Jahren als Heubacher Spanischschüler selbst in den Genuss des Austausches gekommen war, davon, was ihm dieser Aufenthalt in der spanischen Familie und das darauffolgende Auslandsjahr in Mexiko für seine persönliche und berufliche Entwicklung gebracht hat. Der Zufall wollte es, dass der Abiturient des Rosenstein-Gymnasiums just in diesen Wochen ein Praktikum an der Deutschen Botschaft in Barcelona absolvierte, so dass die Deutschlehrerin María José Redó, die den Festakt organisierte, die Chance beim Schopfe ergriff und ihn als weiteren Festredner verpflichtete.
Jean Marc Segarra, der mit Dr. Helmut Rössler während dessen Auslandsschuldienst an der Deutschen Schule Barcelona den Austausch 1991 in die Wege leitete, ging in seinem Rückblick vor allem darauf ein, was in diesen 25 Jahren über die persönlichen Kontakte hinaus an Erasmus- und Comenius-Projekten gemeinsam verwirklicht wurde und erwähnte besonders das von Brüssel ausgezeichnete Projekt über „Ernährung zwischen regionaler Küche und Fertigprodukten“ und das Projekt „Vereine in ihrer Bedeutung für das Heimatgefühl und die Ausbildung regionaler Identitäten“. Sichtlich stolz erwähnte er, dass nicht zuletzt dank des Austausches mit Gmünd und Heubach ein Drittel aller 1200 Schüler des Gymnasiums Deutsch als Fremdsprache wählen, viele davon sogar als Erste Fremdsprache. Dr. Helmut Rössler legt bei seinem Resümee den Schwerpunkt darauf, was über den Austausch hinaus noch alles in 25 Jahren möglich wurde. So führten mehrere Exkursionen auch die Eltern der Spanischschüler und andere Interessierte durch Schulvereinsfahrten sowohl in den ersten Jahren in Schwäbisch Gmünd als auch in den beiden vergangenen Jahren in Heubach nach Katalonien. Aus den Austauschen seien häufig lebenslange Freundschaften entstanden, man lade sich gegenseitig zu runden Geburtstagen und Familienfesten ein, einmal habe man sogar ein ganzes Jahr die Kinder ausgetauscht. Auch der Eltern-Lehrer-Schüler-Chor des Heubacher Gymnasiums erinnere sich gern an die Konzertfahrt nach Tarragona. Den Schwerpunkt legte der Deutsch- und Spanischlehrer darauf, dass man durch solche Austausche ein fremdes Land und eine fremde Kultur von innen kennenlerne. „Wer im Club Mediterranée eine Woche in Andalusien verbringt, hat deshalb noch lange nicht Spanien erlebt“. Man mache als betreuender Lehrer mit dem Angebot dieses wechselseitigen zweiwöchigen Aufenthalts in Familien und dem intensiven kulturellen und landeskundlichen Programm Türen auf, durch die die Schüler aber selbst gehen müssten. Die Erfahrung, dass Schüler dabei nicht nur die Fremdsprachen üben, sondern als Gast und ein halbes Jahr später als Gastgeber auftreten, sei ein wichtige Zielsetzung dieses Bildungsangebots. Rössler überreichte Segarra als Zeichen der 25jährigen Freundschaft eine Gmünder Wortuhr. Dass hier mit den auswechselbaren Frontplatten die Uhrzeiten nicht nur auf Deutsch sondern auch auf Katalanisch zu lesen ist, stieß bei den Teilnehmern auf der Bühne und im Publikum auf große Begeisterung. Der Jubiläumsfestakt endete für die 70 dieses Jahr am Austausch teilnehmenden Schüler mit einem Festessen in einem der besten Hotels der Stadt, so dass man die Leckerbissen mediterraner Küche genießen durfte.
 
Zwei Wochen in Katalonien
 
Tarragona 2016.jpg

Intensiv und anstrengend war der zweiwöchige Spanienaufenthalt auch dieses Mal. Die 15-stündige Anfahrt mit dem Bus nach Roses an der Costa brava wurde durch acht Stunden Sprach- und Landeskundeunterricht sinnvoll genutzt. Überhaupt wurden in dem rollenden Klassenzimmer täglich mehrere Unterrichtsstunden abgehalten, so dass die Schüler anhand von spanischen, dem Lernstand von Schülern des dritten Lernjahrs meist entsprechenden Texten und CDs auf den Aufenthalt in spanischen Familien und auf die Sehenswürdigkeiten und die heiklen politischen Themen wie die Zweisprachigkeit der autonomen Region sowie auf die kulturellen und geographischen Gegebenheiten eingestimmt wurden. So wussten die Schüler, was sie im Dalí-Museum in Figueres erwartete, wussten bereits über einiges über den  Surrealismus und das Verhältnis von Gala und Dalí und hatten bereits über leichte spanische Texte das Werk des extravaganten Künstlers kennengelernt. Historische Einblicke und geographische Eindrücke eröffneten sich ihnen ebenfalls am zweiten Tag auf einer Wanderung die Ausläufer der Pyrenäen hinab vom romanischen Kloster Sant Pere de Rodes in das Fischerdorf Port des la Selva an der Costa brava, bevor man mit der in 25 Jahren bestätigten sprichwörtlichen Pünktlichkeit um 19 Uhr in den Schulhof der Partnerschule in Tarragona einfuhr. Zuvor hatte man noch einen Blick auf das Häusermeer von Barcelona vom Tibidabo aus geworfen.
Der Tagesausflug am dritten Tag führte zunächst mit einer beeindruckenden Tonbildschau im Zisterzienserkloster von Santes Creus in die wechselvolle Geschichte Kataloniens ein von der maurischen Besetzung über die Rolle der Klöster in der Grenzmark im Zuge der Reconquista. In Montblanc durfte man den Reiz eines beschaulichen Städtchens im katalanischen Hinterland erleben, bevor man über einen spektakulären Aufstieg den Montsant, das Lieblingsgebirge des Reiseleiters Rössler, erwanderte. Jeder Tag eröffnete mit zehnstündigen Ausflügen und den Einführungen im rollenden Spanisch-Seminar viele Einblicke in die Natur- und Kulturlandschaft Kataloniens. Ein ganzer Tag war Barcelona gewidmet, wo nicht nur die Jahrhundert-Baustelle der Sagrada Familia, sondern auch weitere Werke von Gaudí und Miró bewundert werden konnten. Die spanisch-katalanische Konfliktlage konnte hautnah am idealen Ort im Kastell auf dem Montjuich hoch über der katalanischen Hauptstadt erlebt werden. Ein Spaziergang über die Ramblas und durch den Jugendstil-Markt der Boquería schloss sich an, bevor die Schüler sich auf eigene Faust die Metropole erschlossen. Manch einer dürfte dabei bis zu der vieldiskutierten kontroversen Ausstellung über den Franquismus am Mercado del Born gelangt sein und das geköpfte Reiterstandbild Francos angeschaut haben, das dann, von Vandalen zerstört, aufgrund der Polemik vor wenigen Tagen aus dem Verkehr gezogen wurde.
Ein Tag im Parque de Atracciones „Port Aventura“ mit den höchsten Achterbahnen, Freefalltowers und schnellsten Beschleunigungsraketen durfte nicht fehlten. Am Abend galt es dann dem Training der Castellers, den Menschturmbauern, bis Mitternacht beizuwohnen, die am darauffolgenden Tag mit zehn Stockwerken einen neuen Weltrekord aufstellen sollten. Das Wochenende in den Familien wurde durch gemeinsames Pizzaessen und Strandbesuche am kilometerlangen „Platja llarga“ unterbrochen. Da das Wetter am Sonntag und Montag mit spätsommerlichen Temperaturen aufwartete, wurde die Tages-Wanderung auf den Montserrat und den Gipfel des Sant Jeroni auf vier Stunden verkürzt, so dass man noch die Wellen beim malerischen Touristenstädtchen Sitges genießen konnte.
Beim Rundgang durch das römische Tarragona mussten die Schüler die Erläuterungen des spanischen Führers über die Zeugnisse der Stadt übersetzen, die als Tarraco die Geschicke des römischen Hispaniens lenkte und die unter Augustus drei Jahre die Hauptstadtrolle des römischen Imperiums übernahm. Der Archäologe zeigte sich überrascht, wie gut doch einzelne Schüler die Informationen zu Augustustempel, Forum, Stadtmauer, der Wagenrennstrecke und den unterirdischen Gewölben der antiken Stadt ins Deutsche übertragen konnten. Ein Tag der zweiten Woche war Reus, dem Geburtsort von Antonio Gaudí, gewidmet. Der Besuch im Centre Gaudí in Reus zeigte allen anschaulich, nach welchen Bauprinzipien der extravagante Baumeister seine Werke wie den  Parc Güell und die Sagrada Familia konzipiert hat. Eine Animation führte anschaulich vor, zu welchen Höhen sich die Kathedrale in Barcelona noch aufschwingen soll, wenn sie wie geplant 2026, zum hundertsten Todestag Gaudís, fertiggestellt sein wird.
Nachdem an den Abenden die tarraconensichen Schüler ihren Gästen auch etwas bieten wollten, war es nicht verwunderlich, dass der erste Teil der Rückfahrt dazu genützt wurde, fehlenden Schlaf nachzuholen und sich von den Anstrengungen zu erholen, die Geist und Körper bei drei strapaziösen Wanderungen im Montsant, auf dem Montserrat und an der Costa brava und  bei den vielen Besichtigungen und persönlichen Erlebnissen zusetzten. Nach letzten Unterrichtsstunden im Bus war dann das eine und andere Heft mit Informationen vollgeschrieben und alle 33 Schüler samt den Begleitlehrern Eva Jünemann und Dr. Helmut Rössler freuten sich, dass sie in den frühen Morgenstunden am Freitag in Heubach ankamen und sie sich in den Herbstferien von den langen und intensiven Tagen erholen durften.