Kontakt

Rosenstein-Gymnasium
Helmut-Hörmann-Str. 19
73540 Heubach
Telefon: 07173/929922
FAX: 07173/929924
www.rosenstein-gymnasium.de
E-Mail: Poststelle@04104036.schule.bwl.de

Datenschutzbeauftragter:
 
 




Schulverein SaRose

SaRose
 

SaRose – der Schulverein am Rosenstein-Gymnasium Heubach
 
Samstag, 29. Juni 2019
Aurora
+ Special Guest
Ort: Aula des Rosenstein-Gymnasiums
++ Diese Veranstaltung muss leider entfallen! ++

 

Zufälliges Bild
Mitgliedschaften

mzs-logo-schule_2017-web.jpg
 


Comenius












Abiturrede des Schulleiters 2016

Rede von Schulleiter Johannes Josef Miller am Abiball 2016

Die Qualifikation ist überstanden. Jetzt geht es ums Ganze. Das Spiel ist spannend, denn der Ausgang ist ungewiss. Schon Sepp Herberger sagte, der Ball ist rund. Aber jeder gibt sein Bestes. Besonders die Selbstbewussten und kritischen Spieler sind im Vorteil. Ganz besonders die Mündigen und die kreativen Spieler sind gefragt, die wissen, dass letztlich nur diejenigen gewinnen, die besser zusammenspielen und die eine echte Mannschaft sind. Das Sammelsurium von Einzelkönnern und  Egomanen jedoch, das nur nach eigenem Vorteil ausgerichtet agiert, ist ohne Chance, ja letztlich zum Scheitern verurteilt.

Liebe Schülerinnen und Schüler!

Diese Sätze beschreiben nicht das anstehende Euro-Spiel Deutschland-Italien. Nein, diese Gedankensplitter benennen vielmehr euer eigenes Spiel, das Spiel eures Lebens, das um ein Vielfaches wichtiger und spannender ist als die schönste Nebensache der Welt, der Fußball. Ja eure Qualifikation, das Abitur, habt ihr geschafft. Die einen sehr gut, andere gut, wieder andere gerade noch. Doch sei es drum. Nun beginnt mit dieser Eintrittskarte das Spiel eures Lebens. Nun hat ein jeder von euch die Chance, neu zu beginnen, im Studien-Fach, das man liebt, im Beruf, den man mit Hingabe betreibt. Jetzt könnt ihr Großartiges erreichen, selbst derjenige, der ein dürftiges Abitur erhalten hat.
Das Abitur wird ja auch als Reifezeugnis bezeichnet, so in Österreich. Dazu möchte ich euch gerne einige Gedanken mit auf eueren weiteren Weg mitgeben. Reif ist, wer erwachsen ist. Wer den Mut hat, auf eigenen Beinen den anvisierten Weg seines Lebens zu meistern. Insbesondere selbstbewusste und fleißige junge Menschen haben eine glänzende Zukunft vor sich, ganz gleich in welchem Fach sie sich einfinden werden. Erwachsen ist jedoch nicht etwa einer, weil er schlaue Sätze von sich gibt oder weil er lautstark seine Vorzüge und seine scheinbaren Talente rühmt. Ein reifer Mensch zeigt sich vielmehr darin, dass er sich seiner Stärken bewusst ist und zu seinen Schwächen steht, der seine Grenzen kennt, der Bodenhaftung hat. Erwachsen ist einer, der auch sogenannte Selbstverständlichkeiten hinterfragt und Dingen auf den Grund geht. Erwachsen ist zudem einer, der Visionen hat, der seine Welt trotz aller Begrenzungen verbessern will. Daher ist einer erwachsen, der es nicht nötig hat, andere Menschen abzukanzeln und sich arrogant und überheblich über diese zu stellen.
Hochmut kommt bekanntlich vor dem Fall, ob beim Fußball oder auch im ganz normalen Leben. 
An unserer Schule haben wir ein Leitbild und ein ausgefeiltes Sozial-Curriculum, die beide die Persönlichkeitsfindung und -Bildung von jungen Menschen fördern wollen. Mehr denn je ist im späteren Berufsleben ein Teamplayer gefragt, einer, der soziale Kompetenzen und wirkliche Erziehung besitzt, einer der weiß, wie man sich benimmt, einer der sich wichtige Tugenden angeeignet hat. So die klassischen Kardinaltugenden, die als Türangeln einem jedem die Tür zu einem geglückten Leben weisen: Klugheit, Besonnenheit, Gerechtigkeit und Tapferkeit. Wer diese lebt, ist reif und kritikfähig. Er geht Vorurteilen auf den Grund und überprüft sie. Er lässt sich kein X für ein U vormachen. Wer so prüft, erkennt, dass es im Leben niemals nur ein Schwarz/ Weiß gibt. Wer dies lebt, ist wahrhaftig und sozial. Er ist mutig, sich der Realität zu stellen und hat es nicht nötig, dümmliche Verschwörungstheorien oder diffuse Widerstandsparolen zu proklamieren.
Dies möchte ich in einer buddhistischen Geschichte verdeutlichen und zwar in einer Kurzfassung: Ein König schickte einstens fünf weise Gelehrte auf Reisen, um ihm zu berichten, was ein Elefant sei. Die Gelehrten waren jedoch blind und untersuchten den gefundenen  Elefanten je nach ihrem Gusto: Der erste Weise hatte am Kopf des Tieres gestanden und den Rüssel des Elefanten betastet. Er sprach: "Ein Elefant ist wie ein langer Arm."  Der zweite Gelehrte hatte das Ohr des Elefanten ertastet und sprach: "Nein, ein Elefant ist vielmehr wie ein großer Fächer."  Der dritte Gelehrte sprach: "Aber nein, ein Elefant ist wie eine dicke Säule." Er hatte ein Bein des Elefanten berührt. Der vierte Weise sagte: "Also ich finde, ein Elefant ist wie eine kleine Strippe mit ein paar Haaren am Ende", denn er hatte nur den Schwanz des Elefanten ertastet.  Und der fünfte Weise berichtete seinem König: " Also ich sage, ein Elefant ist wie ein riesige Masse, mit Rundungen und ein paar Borsten darauf." Dieser Gelehrte hatte den Rumpf des Tieres berührt.  Jeder von ihnen hatte somit recht, aber das Ganze, was einen Elefant ausmacht, nicht begriffen. Geht es uns nicht so, wenn wir über Menschen vorschnell urteilen, wenn wir irgendwelche politischen oder gesellschaftlichen Zusammenhänge unreflektiert beurteilen wollen, wenn wir auch aus unserer oft subjektiven Sicht wissenschaftliche Fragestellungen bemessen wollen? Daher bedürfen wir mehr denn je, der Besonnenheit, der Klugheit, der Gerechtigkeit und der Tapferkeit. Besonnen ist einer, der seine Grenzen kennt und nicht vorschnell agiert. Klug ist einer, der Zusammenhänge ergründet und entsprechend handelt. Gerecht ist einer, der auch das Wohl anderer Menschen mitbedenkt und sich dafür einsetzt. Tapfer und mutig ist einer, der zunächst seine eigenen Schatten und Fehler erkennt und sich aufmacht, sich zu ändern. Ferner ist auch derjenige mutig, der nach Außen hin um der Wahrheit willen wichtige und wertvolle Ziele verfolgt und sich ohne Ängste für Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung einbringt.
Daher ist es mir persönlich wichtig, dass man anderen gegenüber wohlwollend ist, dass man immer wieder Brücken baut, dass man immer wieder über den sogenannten eigenen Tellerrand blickt.
Liebe Schüler, wagt künftig mehr denn je, euch eures eigenen Verstands zu bedienen und macht dies wohlwollend anderen gegenüber. Denn der Mensch wird zum Menschen nicht durch Wissen oder Titel, sondern aufgrund seiner Tüchtigkeiten und vor allem aufgrund seiner sozialen Kompetenzen. Ihr seid die Zukunft unseres Landes! Ihr seid die Zukunft von Europa! Gestaltet dieses unser Lebenshaus besonnen, klug, gerecht und tapfer zum Wohlergehen von uns allen.
Liebe Eltern!
Ein wichtiges Etappenziel im Leben ihrer Kinder ist erreicht. Es ist gleichsam das Tor zum eigenen Erleben Ihrer Sprösslinge. Sie haben Großartiges erreicht. Ihre Kinder sind nun flügge. Dazu möchte ich Ihnen gratulieren! Doch nun kommt eine noch größere Herausforderung auf Sie zu. Sie müssen nun loslassen. Sie müssen zulassen, dass Ihre Kinder gut oder auch weniger gut die eigenen Wege meistern. Dazu wünsche ich Ihnen viel Kraft und vor allem noch mehr Hoffnung.

Liebe Kolleginnen und Kollegen!
Nun ist es Zeit, auch Ihnen zu danken! Sie haben diese unsere Abiturienten seit acht Jahren begleitet und diesen Ihre Zeit, Ihr Wissen und vor allem Ihre Persönlichkeit geschenkt. Sie haben dies zumeist mit großem Fleiß geleistet und es hat sich gelohnt.
Herzlichen Dank!

Uns allen wünsche ich nun, dass das Spiel unseres Lebens gelingen möge, dass es mit Wohlwollen gefüllt sei und uns immer wieder mit reichen Gaben beschenken möge. 
Ich wünsche uns jetzt, einen wunderschönen weiteren Verlauf dieses Abends, am besten mit einem Sieg über den Angstgegner.
Den Organisatorinnen dieses Festes gilt zum Schluss ein herzlicher Dank und ein besonders großes Kompliment. Es war ganz schön schwierig, ja eine riesige Herausforderung, dies alles zu organisieren. Ihr habt dabei ganz besondere Erfahrungen gemacht. Erfahrungen muss man ja selber machen oder auf fußballerisch: „Das sind Gefühle, wo man schwer beschreiben kann“ (Jürgen Klinsmann) oder „Wir können so was nicht trainieren, sondern nur üben“ (Michael Ballack).

Das Spiel geht weiter, wir wollen es mit Freude genießen! 
Und mit Horst Hrubesch sage ich jetzt nur noch ein Wort:
"Vielen Dank!"