Elternbriefe 2015/2016

Elternbrief des Schulleiters (Juli 2016)

Liebe Eltern,
liebe Schülerinnen und Schüler,
liebe Kolleginnen und Kollegen!

„Wir amüsieren uns zu Tode!"

Vor rund dreißig Jahren sorgte das gleichnamige Buch von Neil Postmann zunächst in den USA und später bei uns in Europa für Furore. Postmann bemängelte in seinem Buch die Urteilsbildung angesichts der Unterhaltungsindustrie. Hierbei nahm er vor allem den Fernsehkonsum aufs Korn, der Zerstreuung und Oberflächlichkeit in der Gesellschaft fördere und vor allem die Politik zum oberflächlichen Marktgeschrei mache. Was der vor dreizehn Jahren verstorbene Gesellschaftskritiker wohl zu unserer heutigen schnelllebigen Medienwelt, dem Internet mit all seinen Sozialnetzen und nicht selten süchtig machenden Spielen und dem politischen Geschehen mit billigen und simplen Parolen sagen würde? Ich denke, dass sein Urteil noch klarer und entlarvender sein würde. Der Gebrauch von Smartphone und Tabletts ist gleichwohl nicht per se problematisch, aber er birgt dennoch große Gefahren, vor allem für Heranwachsende. Die freie Zeit wird oft nicht mehr beim Sport und im Freundeskreis verbracht, sondern den öden Bildschirmen gewidmet.
Die anstehende Ferienzeit könnte hierbei eine Abhilfe schaffen, indem man, ob jung oder alt, sich wesentlicheren Dingen wie Familie, Freundschaften, Gemeinschaft, Ruhe und Erholung widmet. Aktive Erholung tut in unserer so hektisch gewordenen Welt mehr denn je Not. Gerade für Schüler ist es dabei wichtig, die freien Tage nicht vor dem Fernseher oder beim Computerspielen zu vergeuden, sondern soziale Beziehungen und vor allem auch Natur unbeschwert zu erleben.
Andererseits wird die Individualisierung und damit einhergehend die Vereinsamung auch durch die Ökonomie gefördert. Unsere Welt ist sehr verzweckt worden. Der Zweck heiligt vermeintlich die Mittel. Mehr denn je wächst der Druck auf jeden Einzelnen, erfolgreich und „uptodate" zu sein. Schüler sind davon nicht ausgenommen. Nur wer über einen bestimmten Abiturschnitt verfügt, kann letztlich das Studium seiner Wahl ergreifen.
Unsere Schule hat daher die Pflicht, unseren Schülern einen möglichst guten Abschluss zu ermöglichen, was auch beim diesjährigen Abitur wiederum gelungen ist, indem wir über dem Landesdurchschnitt liegen. Herzensbildung und damit Persönlichkeitsbildung mit all den notwendigen Sozialkompetenzen müssen dennoch neben dem schulischen Leisten für eine Schule im Focus bleiben.
Um dem gerecht zu werden, bedarf es auch hierbei der Förderung des Gemeinschaftserlebens zum einen und zum anderen das Erlernen und Ermöglichen, in Ferienzeiten loszulassen und zur Ruhe zu kommen, um für den Alltag Kraft und Energie zu tanken. So wünsche ich uns allen in den kommenden Ferienwochen Erholung und Regeneration, harmonisches Zusammenleben und erquickliche Ruhe in diesen unruhigen Zeiten. Hierzu möchte ich für die Erwachsenen und älteren Schüler noch als Ferienlektüre das neue Buch des Kulturphilosophen Ralf Konersmann „Die Unruhe der Welt" empfehlen.
In den „Unruhe-Zustand" werden aufgrund ihres erreichten Pensionsalters mit Beendigung dieses Schuljahres unsere langjährigen Kollegen Sylvia Fay, Elisabeth Bujotzek,Hans Jooß unsere Schule verlassen. Ferner wird Frau Dr. Rita Himmel-Nestmann für einige Jahre an der deutschen Schule in Rom unterrichten und Frau Irmer für einige Jahre an das Landesinstitut für Schulentwicklung abgeordnet sein. Kollege Uwe Wonnenberg nimmt ein Sabbatjahr wahr und die drei Referendare Yeliz Ayvaz-Brütting, Christian Soor und Johannes Heintz sowie Kollegin Susana Costa haben ein neues Wirkungsfeld. Den scheidenden Kollegen alles Gute für den weiteren Lebensweg.
Uns wünsche ich nun Erholung pur und auf ein gesundes Wiedersehen im neuen Schuljahr!


Herzlichst!
Ihr Johannes Josef Miller
Schulleiter



Elternbrief des Schulleiters (Juni 2016)

Liebe Eltern,
liebe Schülerinnen und Schüler,
liebe Kolleginnen und Kollegen!

Abitur - „Aufbruch ins Leben!"

In den nächsten Wochen heißt es landauf, landab in allen Gymnasien dieses Landes:
„Bitte Ruhe: Abiturprüfung!". Nach meist zwölf Jahren endet mit dieser Prüfung die Schulzeit. Das lateinische Wort „abire" liegt dem Abitur zugrunde. Es heißt „weggehen, davongehen".
Wer reif fürs Leben ist, macht sich nun auf, sein eigenes Leben in Freiheit und Verantwortung zu leben. Daher wird das Abitur in der Schweiz und in Österreich auch „Matura" (Reifeprüfung) genannt. Der Schüler ist nun „reif", seine eigenen Schritte ins Leben zu gehen. Die vergangenen zwölf Jahre sollten ihn zu dieser Lebensreife geführt haben, die sich in Mündigkeit und Kritikfähigkeit widerspiegeln. Somit fußt das eigentliche Ziel des Gymnasiums nicht im Pauken von Vokabeln oder im Anwenden von mathematischen Gleichungen, sondern in der Wegbegleitung zum Erwachsenenwerden. Der Schüler soll wachsen, soll reifen und sich zu einer individuellen Persönlichkeit entfalten. In diesem Wachstumsprozess steckt für mich auch das Wort „wach". Der Schüler wird „wach" für das Licht der Vernunft. Der vom römischen Schriftsteller Horaz geforderte Spruch: „Sapere aude!", der von Immanuel Kant übersetzt wurde: „Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!", ist hiermit wegweisend. Derjenige, der sich im Grad der Reife „auf eigenen Füßen stehend" auf den Weg macht, soll dies im Licht der Vernunft machen.
Dies ist für Schule somit ein hehrer und
gewaltiger Anspruch und zugleich eine herausfordernde Aufgabe. Der Schüler soll damit vermehrt als Subjekt des Bildungsprozesses wahrgenommen werden und nicht mehr wie im Bild des „Nürnberger Trichter" mit allerlei Inhalten vollgestopft werden, die letztlich nichts oder nur wenig zur Entfaltung seiner Persönlichkeit oder für die spätere berufliche Tätigkeit beitragen.
Ein wichtiger Beitrag unserer Schule ist
für diesen Reifungsprozess daher unser umfangreiches Sozial-Curriculum, das ab der fünften Klasse das Zusammenleben und gleichzeitig die individuelle Reifung fördern möchte. In unserem Leitbild mit der gegenseitigen Wertschätzung kommt zudem zum Ausdruck, dass die Schüler nicht wegen ihrer schulischen Leistungen in bestimmten Abstufungen wertgeschätzt, sondern als Person grundsätzlich ernst und wahrgenommen werden. Daher ist für mich auch ein Schüler, der in seiner Schullaufbahn bei uns am Rosenstein-Gymnasium sein Abitur nicht meistern konnte, kein Gescheiterter. Es gibt vielfältige Wege gemäß seinen Begabungen den individuell richtigen und erfüllenden Beruf erlangen zu können.
Zur persönlichen Reifung gehört natürlich auch Mündigkeit, Kritikfähigkeit und vor allem Verantwortungsbewusstsein in unserem Gemeinwesen, um sich künftig für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung einzusetzen.
Um unsere Schüler für diese Aufgaben zu sensibilisieren, veranstalten wir am 22.6.16 eine Preisverleihung zu den „111-Arten auf der Ostalb", zu der sich der neue Regierungspräsident Wolfgang Reimer und unser Landrat Klaus Pavel bei uns an der Schule einfinden werden.
Nun wünsche ich uns allen, dass es uns in diesen hektischen Wochen bis zum Schuljahresende gelingen möge, uns wertschätzend und zuvorkommend zu begegnen und unsere Abiturienten erfolgreich ihre Prüfungen bestehen, um mit festen und sicheren Schritten die eigenen Wege in ihrem Leben mutig gehen zu können.

Herzlichst!
Ihr Johannes Josef
Miller
Schulleiter



Elternbrief des Schulleiters (März 2016)

Liebe Eltern,
liebe Schülerinnen und Schüler,
liebe
Kolleginnen und Kollegen!


"Er ist's"

Frühling läßt sein blaues Band
Wieder fattern durch die Lüfte;
Süße, wohlbekannte Düfte
Streifen ahnungsvoll das Land.
Veilchen träumen schon,
Wollen balde kommen.
– Horch, von fern ein leiser Harfenton!
Frühling, ja du bist's!
Dich hab ich vernommen!

Eduard Mörike


„Er ist's" ist das wohl bekannteste Gedicht mit vielerlei Vertonungen über den Frühling. Vielfältige und recht unterschiedliche Interpretationen gibt es über diese wenigen Zeilen. Den einen ist es Ausdruck für das „Biedermeier" mit dem Rückzug ins Private, für andere wiederum die subtile Sehnsucht mancher Romantiker auf politische Veränderung angesichts des „Vormärzes".
Hier ist nicht der Ort zu bestimmen, was richtig oder falsch ist. Gleichwohl zeigt dieses wunderschöne Gedicht, dass ein unrefektiertes und spontanes Schwarz-Weiß-Denken im Leben zumeist zu kurz greift. Oft sind die Dinge komplexer als diese zunächst erscheinen. Um ein Vielfaches komplizierter ist es, Menschen zu beurteilen als Gedichte. Auf Menschen und bestimmte Verhaltensweisen übertragen, zeigt es sich nicht selten, dass wir selbst scheinbar Ofensichtliches hinterfragen müssen, um einer Person wirklich Gerechtigkeit widerfahren zu lassen.

Vornehmlich in der Erziehung junger Menschen sollte dies beherzigt werden und vor allem mit grundsätzlichem Wohlwollen. In der Lebenswelt Schule ist dies mitunter ein schwieriges Unterfangen, einem jedem Schüler gegenüber gerecht zu agieren. Und doch ist dieser Anspruch gemäß unserem Leitbild ein wichtiges Ziel. Dieses grundsätzliche Wohlwollen haben dem gemäß natürlich auch Lehrer und Eltern verdient. Wenn dieses „Frühlingserwachen" je und je gelingt, flattert fürwahr das „blaue Band" des guten Miteinanders „durch die Lüfte."

Nach der Halbjahresinformation gab es manche notwendige Eltern-Gespräche, um das Ziel, die Versetzung in die nächste Klasse, zu erreichen.

Auch hierbei galt, dass nicht der Schüler als Person abgewertet wird, sondern gegebenenfalls seine Leistung Anlass zur Sorge ist und dieser mit Hilfe dieser Gespräche zur erforderlichen Änderung motiviert wird. Dies kann indessen nur gelingen, wenn alle Beteiligten an einem Strang ziehen.

Leider haben wir bei der Planung des Elternsprechtags nicht bedacht, dass der Mittwoch direkt nach den Winterferien ungünstig ist, so dass sich die vorherige Terminabsprache teilweise als ungünstig erwiesen hat oder gar nicht möglich war. Dies tut mir leid! Dies wird im nächsten Jahr optimiert. Natürlich ist es den Eltern stets möglich, mit den Klassen- bzw. Fachlehrern ins Gespräch zu kommen, hierzu gibt es die festen Sprechzeiten der Kollegen oder aber eine entsprechende Terminabsprache.

Kaum sind die Stundenpläne in Kraft getreten, müssen wir ab Ostern vermutlich leider wieder einige Änderungen vornehmen. Derzeit beginnen die Fortbildungen für den neuen Lehrplan, wovon die einzelnen Fachschaften betrofen sind. Diese Fortbildungen sind Pficht und können auch nicht in unterrichtsfreier Zeit stattfnden. So kommt es dadurch leider zu Unterrichtsausfällen, die wir selbstredend möglichst gering halten möchten.

Wichtige Höhepunkte im weiteren Verlauf des Schuljahres sind zunächst das schriftliche und mündliche Abitur, das Heubacher Kinderfest am 2. Juli und unser Schulfest am 22. Juli, wofür schon die ersten Vorbereitungen anlaufen.

Doch zunächst wollen wir den anbrechenden Frühling trotz aller Betriebsamkeit genießen und uns von diesem zu einem guten und fairen Miteinander inspirieren lassen.

Herzlichst!
Ihr Johannes Josef Miller
Schulleiter



Elternbrief des Schulleiters (Dezember 2015)

Liebe Eltern,
liebe Schülerinnen und Schüler,
liebe Kolleginnen und Kollegen!


„Neues erleben!"

Neues erleben
Wieder sah ich Schleier sinken
und Vertrautestes wird fremd,
neue Sternenräume winken,
Seele schreitet traumgehemmt.
Abermals in neuen Kreisen
ordnet sich um mich die Welt,
und ich seh' mich eitlen Weisen
als ein Kind hineingestellt.
Doch aus früheren Geburten
zuckt entfernte Ahnung her:
Sterne sanken, Sterne wurden,
und der Raum war niemals leer.
Seele beugt sich und erhebt sich,
atmet in Unendlichkeit,
aus zerriss'nen Fäden webt sich
neu und schöner Gottes Kleid.

Hermann Hesse


Im Gedicht von Hermann Hesse werden wir gleichsam aufgefordert, ohne Trauer uns vom Alten zu verabschieden und auf Neues zu hoff en: „aus zerriss'nen Fäden webt sich neu und schöner Gottes Kleid." Das alte Jahr mit all dem zum Teil negativ Erlebten hinter sich zu lassen, tut mitunter gut. Dies zu praktizieren, ist vielfach auch in der Erziehung und im persönlichen Miteinander angesagt. Wenig hilfreich ist hierbei, nachtragend und besserwisserisch auf Vergangenem herumzureiten. Ein Neubeginn, eine neue Chance wird auch von Schülern nicht selten erhofft. Und dies ist auch gut so! Junge Menschen brauchen klare Strukturen und Grenzen, aber gleichzeitig auch Bejahung und Hilfestellungen. Sie benötigen immer wieder Brücken, über die sie aufs Neue gehen können. Sie benötigen das Gefühl, gemocht und geschätzt zu werden und eine neue Chance zu bekommen, vor allem wenn etwas schief gegangen war. Als erwachsener Wegbegleiter, ob als Eltern oder als Pädagogen, ist es dann auch ein unheimlich schönes Erleben, wenn diese Chance, dieser Neubeginn tatsächlich genützt worden ist und ein Reifungsprozess begonnen und umgesetzt wird.

Das Gedicht von Hesse lädt indessen auch dazu ein, in kindlicher Neugierde und Freude Neues erleben zu wollen, sich voller Erwartung ohne „Wenn" und „Aber" auf das Neue einzulassen. Dies kann auch für Erwachsene eine Brücke zur inneren Lebendigkeit sein, zum stetigen Aufbrechen und Ablassen von Verkrustungen und Lähmungen. Die christliche Botschaft vom Neugeborenen im Stall ist in diesem Sinne auch an uns eine Einladung: „Mach es wie Gott, werde Mensch!" Lass dein Herz sprechen und nicht den inneren Richter und unerbittlichen „Herodes".

Wie die Sterndeuter dürfen auch wir uns als Erwachsene aufmachen, von Verkrustungen und Hartherzigkeiten, von Besserwisserei und Rechthaberei abzulassen und Neues zu wagen.

So wünsche ich uns allen ein gesegnetes und fröhliches Christfest und ein gutes neues Jahr, ein Jahr des guten Miteinanders, ein erfolgreiches Jahr für alle in unserer Schulgemeinschaft Lebenden und Wirkenden.

Herzlichst!
Ihr Johannes Josef Miller
Schulleiter



Elternbrief des Schulleiters (Oktober 2015)

Liebe Eltern,
liebe Schülerinnen und Schüler,
liebe Kolleginnen und Kollegen!


„Frohgemut ans Werk!"

Man muss sich bei der Erziehung des Vergnügens bedienen, um der Jugend nach Stunden der Erholung Lust und Geschmack zur Arbeit einzufößen. Aber auch bei der Arbeit muss Anmut und Frohsinn herrschen. Sie wird dem Frohsinn schon dadurch Raum geben, dass man die Jugend nicht mit zu vieler Arbeit überladet, sie nicht zu sehr anstrengt und nicht zu viel moralisiert.

Karl Gottlob Schelle


Bemerkenswerte Gedanken von Karl Gottlob Schelle (Deutscher Altphilologe und Schrifsteller; geboren 1777, gestorben um 1825) aus längst vergangenen Zeiten; Zeiten, in denen allenthalben „Drill“, strenge Disziplin und sklavische Unterordnung herrschten. Schelle fordert dagegen in seinem Buch „Über den Frohsinn“ bereits 1804, dass Wertschätzung und ein gutes „Betriebsklima“ im heutigen Sinne für eine gute und erfolgreiche Erziehung notwendig sind. Dazu gehören selbstredend Freiräume, Stunden der Muße und natürlich Ferien. Während diesen Zeiten des Müßiggangs sollten die Eltern und Pädagogen für neue Taten motivieren und Freude am Lernen wecken.

Nach den über sechs Wochen unterrichtsfrei kann diese Aufgabe recht gut gelingen. Doch auch während des Schulalltags sollte auf Frohsinn, Vermeiden von Überforderung und überfüssiges Moralisieren geachtet werden. Wer sich wohl fühlt, kann mehr leisten! Mir ist es jedoch wichtig, dass dabei der Schüler mit all seiner Befndlichkeit im Focus steht und nicht die Leistung schon von vornherein Priorität hat. Dem Schüler gilt per se Wertschätzung und Wohlwollen und eben nicht weil er ein guter Schüler ist und viel leistet. So kann ein angstfreies Erziehen gelingen. So kann intrinsisch motiviert werden, so dass der Schüler von sich aus Freude am Lernen entwickeln kann. Dass damit aber auch vom Pädagogen „Fordern“ und „Fördern“ einhergehen sollte, ist selbstverständlich.

Unser Leitbild will dem Rechnung tragen. Daher ist es an jedem Schuljahresbeginn gut, wenn wir uns hierbei unseres Leitbilds erinnern und danach handeln. „Ofen, sozial, engagiert“ wollen wir uns alle miteinander ans Werk machen und uns als Schulgemeinschaft und Lerngemeinschaft begreifen, der es vor allem um ein gutes Lernklima gehen sollte, damit sich Schüler als verantwortungsbewusste und lernbegeisterte Persönlichkeiten entfalten können. Dies unterstützt zudem unser verpfichtendes Sozial-Curriculum, in dem schon ab der fünfen Klasse soziales Verhalten erlernt wird und auf Persönlichkeitsbildung geachtet wird.

Wohlfühlen sollen sich natürlich auch unsere neuen Lehrer! So ist es uns eine große Freude Dr. Thilo Schurr (M/Ch), Severin Müller (E/BK), Tamara Knauß (Bio/ NaPh), Sabrina Stamogiannis (D/L) und Jasmin Pfau (E/KRel), die bei uns ebenso wie Herr Schurr das Referendariat gemacht hatte, am Rosenstein-Gymnasium zu begrüßen! Sowie die Referendarin Anne Eißfeller (Ch/Bio), die ab dem zweiten Halbjahr unterrichten wird. Den Neuen ein herzliches Willkommen!

So wünsche ich uns allen ein gutes, gelingendes Schuljahr 2015/16, in dem sich ein jeder, sei es als Schüler, Lehrer oder Eltern, an unserem Rosenstein-Gymnasium wohlfühlen kann.

Also - frohgemut ans Werk!

Herzlichst!
Ihr Johannes Josef Miller
Schulleiter

„Wir amüsieren uns zu Tode!“
V
or rund dreißig Jahren sorgte das
gleichnamige Buch von Neil Postmann
zunächst in den USA und später bei uns
in Europa für Furore. Postmann bemängelte
in seinem Buch die Urteilsbildung angesichts
der Unterhaltungsindustrie. Hierbei nahm
er vor allem den Fernsehkonsum aufs Korn,
der Zerstreuung und Oberflächlichkeit in der
Gesellschaft fördere und vor allem die Politik
zum oberflächlichen Marktgeschrei mache.
Was der vor dreizehn Jahren verstorbene Gesellschaftskritiker wohl zu unserer heutigen
schnelllebigen Medienwelt, dem Internet mit
all seinen Sozialnetzen und nicht selten süchtig machenden Spielen und dem politischen
Geschehen mit billigen und simplen Parolen sagen würde? Ich denke, dass sein Urteil
noch klarer und entlarvender sein würde. Der
Gebrauch von Smartphone und Tabletts ist
gleichwohl nicht per se problematisch, aber
er birgt dennoch große Gefahren, vor allem
für Heranwachsende. Die freie Zeit wird oft
nicht mehr beim Sport und im Freundeskreis
verbracht, sondern den öden Bildschirmen
gewidmet.
Die anstehende Ferienzeit könnte hierbei
eine Abhilfe schaffen, indem man, ob jung
oder alt, sich wesentlicheren Dingen wie Familie, Freundschaften, Gemeinschaft, Ruhe
und Erholung widmet. Aktive Erholung tut in
unserer so hektisch gewordenen Welt mehr
denn je Not. Gerade für Schüler ist es dabei
wichtig, die freien Tage nicht vor dem Fernseher oder beim Computerspielen zu vergeuden, sondern soziale Beziehungen und vor
allem auch Natur unbeschwert zu erleben.
Andererseits wird die Individualisierung
und damit einhergehend die Vereinsamung
auch durch die Ökonomie gefördert. Unsere
Welt ist sehr verzweckt worden. Der Zweck
heiligt vermeintlich die Mittel. Mehr denn je
wächst der Druck auf jeden Einzelnen, erfolgreich und „uptodate“ zu sein. Schüler sind
davon nicht ausgenommen. Nur wer über einen bestimmten Abiturschnitt verfügt, kann
letztlich das Studium seiner Wahl ergreifen.
Unsere Schule hat daher die Pflicht, unseren
Schülern einen möglichst guten Abschluss zu
ermöglichen, was auch beim diesjährigen Abitur wiederum gelungen ist, indem wir über
dem Landesdurchschnitt liegen. Herzensbildung und damit Persönlichkeitsbildung mit
all den notwendigen Sozialkompetenzen
müssen dennoch neben dem schulischen
Leisten für eine Schule im Focus bleiben.
Um dem gerecht zu werden, bedarf es
auch hierbei der Förderung des Gemeinschaftserlebens zum einen und zum anderen
das Erlernen und Ermöglichen, in Ferienzeiten loszulassen und zur Ruhe zu kommen, um
für den Alltag Kraft und Energie zu tanken. So
wünsche ich uns allen in den kommenden
Ferienwochen Erholung und Regeneration,
harmonisches Zusammenleben und erquickliche Ruhe in diesen unruhigen Zeiten. Hierzu
möchte ich für die Erwachsenen und älteren
Schüler noch als Ferienlektüre das neue Buch
des Kulturphilosophen Ralf Konersmann „Die
Unruhe der Welt“ empfehlen.
In den „Unruhe-Zustand“ werden aufgrund
ihres erreichten Pensionsalters mit Beendigung dieses Schuljahres unsere langjährigen Kollegen Sylvia Fay, Elisabeth Bujotzek,
Hans Jooß unsere Schule verlassen. Ferner
wird Frau Dr. Rita Himmel-Nestmann für einige Jahre an der deutschen Schule in Rom
unterrichten und Frau Irmer für einige Jahre
an das Landesinstitut für Schulentwicklung
abgeordnet sein. Kollege Uwe Wonnenberg
nimmt ein Sabbatjahr wahr und die drei Referendare Yeliz Ayvaz-Brütting, Christian Soor
und Johannes Heintz sowie Kollegin Susana
Costa haben ein neues Wirkungsfeld. Den
scheidenden Kollegen alles Gute für den weiteren Lebensweg.
Uns wünsche ich nun Erholung pur und auf
ein gesundes Wiedersehen im neuen Schuljahr!
Herzlichst!
Ihr Johannes Josef Miller
Schulleiter